Stadtrundgänge für Familien

Hamburg verzeichnete im Jahr 2017 über 13 Millionen Besucher. Ein nicht unerheblicher Teil reist mit der ganzen Familien in unsere schöne Stadt – auch mit den ganz kleinen Familienmitgliedern. Das war für uns der Grund, mit unserere Kollegin Melanie Meyer zu sprechen, die speziell für diese Gäste Stadtrundgänge anbietet.

Melli, Du bietest Familienführungen an. Wie bist Du darauf gekommen?

Ich habe immer wieder von Freunden mit Kindern gehört, dass sie ungern Städtereisen unternehmen, weil Besichtigungen für die Kinder langweilig sind. Ich reise selbst sehr gerne und dachte. „Das kann doch nicht sein! Es muss doch entsprechende Angebote geben“. Dann habe ich für Hamburg recherchiert und festgestellt, dass es zwar Rallies und Kinderrundgänge gibt, aber es an Angeboten für die ganze Familie mangelt.
Hinzu kommt, dass ich schon immer ganz gut mit Kindern ausgekommen bin und mir die Arbeit mit Ihnen großen Spaß macht.

Und wie unterscheidet sich Dein Rundgang von den Kinder-Rallies und anderen Rundgängen?
Mein Angebot ist nicht unbedingt für große Kinder-Gruppen gemacht, sondern richtet sich, auch wegen den inhaltlichen Erklärungen, an Familien, die Hamburg besuchen und ein gemeinsames Erlebnis haben möchten. Ich gebe einen guten Überblick über die Stadt, was auch Hamburg-Erstbesuchern eine gute Orientierung ermöglicht.
Der Rundgang führt uns vom Jungfernstieg über Rathaus, Alter Hafen und Speicherstadt bis in die Hafencity. Unterwegs bekommen die Erwachsenen Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten und Hamburgs Geschichte, die kleinen Gäste können dabei Aufgaben in ihren Piratenbüchern lösen. Das Besondere ist, dass ich mit den Aufgabenbüchern genau auf das Alter der Kinder eingehen kann. So sind die Aufgaben nicht zu leicht und nicht zu schwer, sozusagen gerade richtig herausfordernd.

Gibt es eine Altersempfehlung für Deine Rundgänge?
Ab 3 Jahren, wenn die Kleinen schon ein bisschen zählen und Memory spielen können. Es geht auch früher, dann stelle ich auf weniger anspruchsvolle Aufgaben um. Nach oben hin ist die Altersbegrenzung offen. Aber im Teenageralter, so ab 13/ 14 Jahren, sind wohl andere Dinge interessanter.

Muss man bei Rundgängen mit Familien als Gästeführer besondere Fähigkeiten mitbringen?

Grundsätzlich müssen wir Gästeführer immer sehr flexibel sein und auf Wünsche reagieren, egal mit welcher Gäste-Gruppe wir unterwegs sind. Insgesamt sind Kinder als Gäste deutlich, ich sag mal: emotionaler und ungeduldiger. Sie können Ihre Bedürfnisse wie Hunger, Durst und Pipi machen nicht so zurückhalten, wie wir Erwachsenen es tun könnten.
Wenn sie wütend sind, sind sie richtig wütend; wenn sie Spaß haben, dann richtig. Ich habe bei Rundgängen mit Erwachsenen bis jetzt noch nicht erlebt, dass ein Gast auf den Boden stampft und sich weigert, weiter zu gehen. Kinder können kleine Wutzwerge sein, darauf muss man bei Familienführungen eingestellt sein.

Hast Du einen Trick, wie Du die Kinder für das Mitmachen begeisterst?

Einen „Trick“ habe ich nicht. Ich denke aber, man muss authentisch sein und die Kinder ernst nehmen. Wenn ein Kind nicht mitmachen möchte, ist das in Ordnung, es muss ja nicht. Meistens sind die kleinen Gäste anfangs sehr schüchtern und klammern sich an die Eltern. Das ist ganz normal und absolut verständlich. Schließlich bin ich eine Fremde, die plötzlich etwas von Ihnen will. Ich nehme das nicht persönlich Dann gebe ich Ihnen das Piratenbuch und erkläre, was wir vor haben. Wir tragen die Namen gemeinsam auf das Buch und meist sind die Kinder dann schon neugieriger.

Und wenn ein Kind gar nicht mitmacht?
Dann ist das so. Das kommt aber selten vor. Es läuft dann mit. Ich schaue, ob ich spontan mündlich „Aufgaben“ einbringen kann und meine Erklärungen kindgerechter mache. Irgendwie schaffen wir immer Ablenkung, damit es nicht langweilig wird. Ich hatte aber auch schon einen 11-jährigen, der das Piratenbuch wegsteckte und zuhören wollte bei dem, was ich den Erwachsenen erzähle. Der war so wissbegierig, hat mich mit Fragen regelrecht gelöchert. Das wurde also eine „Erwachsenen-Führung“. Hat richtig Spaß gemacht.

Ein Rundgang mit Kindern ist bestimmt sehr anstrengend?
Ich bin danach meist geschafft aber glücklich und gut gelaunt, denn
wenn es beim Abschied kleine Tränen gibt weil wir schon Tschüss sagen müssen oder einen dicken Knuddler, dann weiß ich: Alles richtig gemacht!

Das Interview führte Damiela Grothues-Vervat.

Mehr über den Stadrundgang für Familien findet Ihr auf derWebsite von Schirm & Charme.

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