Wir freuen uns sehr, drei neu ausgebildete gehörlose Kolleg:innen in unseren Reihen begrüßen zu dürfen: Julian Bleicken, Eckhard Bull und Meike Aldag (auf dem Foto v. l. n. r. neben Hamburg Guides Ausbildungskoordinator Malte Mischlich ganz links und Hamburg Guides Vorsitzende Sarah Janning-Picker ganz rechts) .
Diese Qualifizierung ist ein wichtiger Schritt für mehr Barrierefreiheit und Inklusion im Hamburger Tourismus – und geht maßgeblich auf Eckhard Bulls Initiative zurück, der den Impuls für die Ausbildung gab und weitere Interessierte motivierte.
Praxis mit Dolmetschenden
Gemeinsam mit vier gehörlosen Teilnehmenden sowie im engen Austausch mit dem Gehörlosenverband haben wir seit Ende 2024 eine spezielle Ausbildungsinitiative für Touren in Gebärdensprache entwickelt. Über ein Jahr hinweg trafen wir uns regelmäßig zu praxisnahen Einheiten, unterstützt durch Dolmetschende, deren Einsatz dank eines Sponsors ermöglicht wurde. Da die Schriftsprache für die Teilnehmenden unterschiedlich zugänglich ist, lag der Schwerpunkt bewusst auf praktischen Übungen, ergänzt durch individuell erarbeitete Theorieinhalte.
Extrem engagiert
Unsere drei später geprüften Guides überzeugten durch außergewöhnliche Eigeninitiative: Sie organisierten zusätzliche Übungstermine, führten sich gegenseitig durch die Stadt und erarbeiteten Inhalte mit beeindruckender Tiefe und Leidenschaft für Hamburg.
Begeisternde Vermittlungskompetenz
Bei den Prüfungen in Altstadt, Speicherstadt, HafenCity und St. Pauli zeigten sie ein hohes fachliches Niveau und begeisternde Vermittlungskompetenz. Zwei von ihnen boten bereits zum Weltgästeführertag 2026 erste Führungen in Deutscher Gebärdensprache an – ein starkes Debüt und eine wertvolle Bereicherung für die Hamburger Gästeführerszene.
Aktuell prüfen wir, wie eine Mitgliedschaft gehörloser Guides strukturell verankert werden kann, insbesondere in Bezug auf die dauerhafte Einbindung von Dolmetschenden. Wir sind überzeugt, dass wir hierfür eine tragfähige Lösung finden – denn der Mehrwert für unsere Stadtführungen und für Hamburg ist schon jetzt deutlich sichtbar.