Auf Erkundungstour im Hamburger Südosten
Das frühere Ackerbürgerstädtchen Bergedorf ist bereits seit 1842 per Eisenbahn mit dem großen Hamburg verbunden. Dennoch wurde der Gesamtbezirk Bergedorf mit Lohbrügge und allen Dörfern der Vier- und Marschlande erst 1937 durch das Groß-Hamburg-Gesetz in die heutige Metropole eingemeindet. Laut dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt „ist der Bergedorfer heimatverbunden, traditionsbewusst mit einem Hauch von Schrulligkeit und sehr stolz auf seine exklusive Eigenständigkeit gegenüber den Hamburgern!“ Ist dem immer noch so? Lasst uns zusammen das historische Zentrum dieses facettenreichen Stadtteils entdecken!
Vom mittlerweile vierten Bergedorfer Bahnhofsgebäude begeben wir uns direkt zum Hafen, der schon seit 1443 ins Hamburger Zentrum führt. Seit kurzem lädt hier die Gastromeile am Serrahn zum Verweilen ein. Über die Alte Holstenstraße, den alten Mühlenstau, geht es in das Gründerzeit-Ensemble Reetwerder und zum Gerichtsgebäude, das 1927 von Hamburgs Oberbaudirektor Fritz Schumacher erbaut wurde.
Anschließend werfen wir ausgiebige Blicke auf Hamburgs einziges Schloss inmitten seiner großzügigen Parkanlage. Auch wenn hier weder Könige noch Prinzessinnen residierten, beeindruckt das Gebäude als Zeugnis verschiedener Stilepochen.
An Kaiser-Wilhelm und dem benachbarten gusseisernen Brunnen vorbei betreten wir das „Bummelparadies“ Sachsentor, Bergedorfs historische Hauptstraße. Der Name leitet sich ab von einem der beiden ehemaligen Stadttore. Hier legen wir regelmäßig den Kopf in den Nacken und bestaunen Fachwerkgiebel, neobarock geschmückte Fassaden oder Jugendstilgebäude sowie noch erhaltene Bürgerhäuser aus dem siebzehnten Jahrhundert.
Auf unserem Rückweg betrachten wir das älteste Gasthaus Hamburgs, anschließend den Kupferhof samt der wiedererrichteten Kornwassermühle und die Kirche St. Petri und Pauli, deren Turm auf den Michel-Architekten Sonnin zurückgeht.
Natürlich darf das Hasse-Haus, der Geburtsort des berühmten Bergedorfer Komponisten, auf unserem Rundgang nicht fehlen. Unsere letzte Station führt uns in den Suhrhof, dessen erster Besitzer sein Vermögen einem florierenden Blutegelhandel zu verdanken hat.

Die Tour dauert 2-2,5 Stunden.



